Das Töten unschuldiger Menschen. Massenerschießungen von jüdischen Zivilisten. Das ist das ultimative Grauen, das uns heute unvorstellbar erscheint. Wie kann ein Mensch so radikal böse werden? Wie konnten Einsatzgruppen und Soldaten im Zweiten Weltkrieg die Massenexekutionen durchführen und danach weiterleben? Wie konnten sie zu ihren Familien als Väter und treusorgende Ehemänner zurückgehen, mit dem Wissen, Frauen und Kinder getötet zu haben?

Diesen Fragen geht der Filmemacher Stefan Ruzowitzky in „Das radikal Böse“ nach. Als Grundlage dienen ihm Tagebuchaufzeichnungen, Briefe und Aussagen vor Gericht von deutschen Polizisten und Soldaten, ganz normalen Männern, die Erschießungskommandos angehörten. Schauspieler wie Alexander Fehling oder Devid Striesow lesen die Texte und geben den jungen Männern von damals eine Stimme. Auf der Bildebene entscheidet sich Ruzowitzky für unbekannte Komparsen, die Szenen mit Soldaten sind reduziert, Großaufnahmen auf die Gesichter. Schemenhaft reihen sich mit Bildern und Texten Biographien und Schicksale aneinander. Es sind die Schicksale der Täter, die sich dem Gruppendruck beugten, die sich, angesteckt vom Hass auf den angeblichen Feind, zur Vollstreckung ihrer Taten verpflichtet sahen. Psychologen, Historiker und Juristen helfen zu verstehen. 

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